Bundeswirtschaftsministerium verrechnet sich?!

  • Corona Förderprogramm, erstmal auf Eis gelegt, laut tageschau.de am 14.05.2020, 18:01 Uhr

    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-hilfen-berater-101.html

    „Mit einer solchen Flut von Anträgen hatte, laut Tagesschau, beim Bundeswirtschaftsministerium offenbar niemand gerechnet. Das Förderprogramm richtete sich an Kleinunternehmer und Freiberufler. Ihnen stellte der Bund seit April bis zu 4000 Euro Beratungskosten in Aussicht, wenn sie sich in der Corona-Krise externe Hilfe von Unternehmensberatern holen wollten. Kaum war das Angebot ausgesprochen, prasselten laut Tagesschau tausende Anträge auf das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nieder.“

Doch hat sich das Bundesministerium nicht einfach verrechnet?


  • https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Kleine-Unternehmen-Mittlere-Unternehmen/_inhalt.html

    Quelle Statista

    https://de.statista.com/themen/4137/kleine-und-mittlere-unternehmen-kmu-in-deutschland/

  • Ausgangssituation

    • Im Jahr 2017 gab es in Deutschland ca. 2,01 Millionen Kleinstunternehmen (bis 9 Beschäftigte und bis 2 Millionen Euro Umsatz)., so statista (veröffentlicht am 24.10.20) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/731859/umfrage/unternehmen-in-deutschland-nach-unternehmensgroesse/
    • Davon waren 585565 Handelsunternehmen. (https://de.statista.com/themen/4137/kleine-und-mittlere-unternehmen-kmu-in-deutschland/#dossierSummary__chapter1)
    • Laut dem statistischen Bundesamt gibt es 2,5 Millionen kleine und mittlere Unternehmen. https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Kleine-Unternehmen-Mittlere-Unternehmen/_inhalt.html
    • Abschätzung % Corona geschädigte Unternehmen: Bei einer Umfrage des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.) gaben von rund 15.000 befragten Unternehmen 92,4 Prozent an, dass sie bereits Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäften spüren.https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102886/umfrage/umfrage-zu-den-folgen-des-coronavirus-auf-die-geschaefte-deutscher-unternehmen/

Erste Abschätzung des Finanzbedarfs für diese Corona Maßnahme

  • Unter der Annahme, dass 90% der oben aufgeführten Handelunternehmen die Corona Maßnahme nutzen:
    Finanzbedarf: 527.000 x 4000.- Euro =  ca 2 Milliarden Euro
  • Unter der Annahme, dass 50% der oben aufgeführten Unternehmen mit weniger als 9MA die Corona Maßnahme nutzen:
    Finanzbedarf: 1.000.000 x 4000.- Euro = ca 4 Milliarden Euro

Im Bundeshaushalt 2020 waren für das Programm gerade einmal 15,34 Millionen Euro vorgesehen, so die Tagesschau.

Unerwartet hohe Zahl an Anträgen auf Beratung.

Laut Tagesschau erhielt das Ministerium eine „… unerwartet hohe Zahl an Anträgen auf Beratung“.  Es wurden allerdings wohl erst 27.534 Anträge gestellt.

Was zeigt, dass diese Corona Hilfe erst sehr zögerlich von den Unternehmen angenommen wurde. Allein in Bayern wurden bis zum 7.Mai 2020 250.000 Corona Soforthilfe Anträge bearbeitet. https://www.sueddeutsche.de/bayern/coronavirus-bayern-soforthilfe-umsetzung-frust-1.4900245

Viele der Antragsteller der Corona Soforthilfe wären wohl auch Kandidaten für die Corona Beratungshilfe. Dass Unternehmen in der aktuellen Zeit Fördermöglichkeiten schnell in Anspruch nehmen ist ein Zeichen von Verantwortung der Unternehmer gegenüber den Mitarbeitern.

Unternehmensführung während Corona

  • 90% der Unternehmen spüren die Auswirkungen von Corona. Unternehmen fahren gerade auf Sicht, planen von Woche zu Woche. Produktionen werden hochgefahren nur sie dann kurz darauf wieder zu reduzieren, aufgrund neuer Corona Auswirkungen.
  • Vermeidbarer Wirrwarr bei Corona Förderung durch die Regierung. Ja, Fördermaßnahmen müssen aktuell immer wieder überdacht werden. Am besten bevor diese veröffentlicht werden.  Eine simple mathematische Abschätzung ist oft ausreichend.